+++ 23.11.2007 Bestellungen für den Günter-Rössler-Kalender 2008 bitte formlos per Mail an DAS MAGAZIN (siehe Kontakt) oder Telefon: 030/ 48496230. Das gute Stück kostet 36 Euro zzgl. 6 Euro Versand. Adresse und gwünschte Zahlunsgweise bitte angeben. +++  
  ERZÄHLUNGEN
 

Leseproben
Kurzgeschichten

Das Magazin pflegt die kurzen Formen der Literatur. Neben Lyrik werden in jeder Ausgabe unveröffentlichte Erzählungen bzw. Vorabdrucke aus Neuerscheinungen gedruckt.

 
 
 
  Lyrik
  auf ein sterbendes Azaleenbäumchen in der Küche

im pot im pot es füllt den Küchenraum mit blauer
Farbe es ist zerrauft zerfranst es kann nicht mehr
nicht mehr das Wasser trinken das ich ihm gereicht
wie damals Mutter, konnte keinen Schluck mehr tun
sie konnte nicht mehr trinken / aus dem Eierbecher
ich mußte sehen wie das Bäumchen starb so viele Tage starb
die Füße: Wurzeln in der Theorie von Regen .. wollte
es Mitleid? - es war mir lieb. Die Biegsamkeit
der Nachtigall, das träumte mir am Morgen


(Ohne Titel)

greises Dromedar: vor ihm, in
Nackenhöhe 1 fliegende Engels-
person, vermutlich Seele des
Dromedars, in bräunlichem Flor.
Immerhin, es hält noch den Kopf
hoch, hat noch nicht aufgegeben.
Es blickt in die Ferne, aber
es sieht natürlich, daß seine
Seele sich schon verabschiedet hat.
Ach, diese wallende Schleppe:
Seele der Seele, so schön
schwebend und mit Trompete
dem Tier sträubt es die schüttere
Mähne vor Andacht und Angst
 
weiter...
  Im Dezember
  Als ich das Geschenk unterm Weihnachtsbaum entdeckt und behutsam ausgepackt hatte, die anderen Päckchen ließ ich liegen, hob mein Großvater den Kopf und musterte das Cover. Er murmelte, als sei er in Gedanken, und nahm die Plattenhülle in die Hand. Seine Lippen formten den Titel.
"Je t'aime". Er nickte. "Da geht es um die Liebe."
Keiner konnte lächeln wie mein Großvater.
Er gab einen Schuß Kognak in seine Kaffeetasse, und meine Mutter kippte das Getränk in einen Blumenkübel.
Ich löste die Tesafilmstreifen vom dunkelblauen Geschenkpapier, ohne es einzureißen, faltete das Papier zusammen, strich es glatt und wickelte den Tesafilm um meine Fingerspitzen.
"Führ doch mal vor."
Meine Mutter erhob sich.
"Damit wir sehn, ob's funktioniert."
Sie ging einen Schritt auf den Plattenspieler zu, als wolle sie den Tonarm selbst auf die Abspielrille setzen, und hielt, da sie fürchtete, die Single zu zerkratzen, auf halbem Wege inne. Das Lied, das sie nicht kannte, wollte sie nicht zerstören.
"Nun mach doch mal."
Sie hüstelte.
 
weiter...
 
Ausgabe 12/2007 ab sofort an Ihrem Kiosk  
  Im Dezember-MAGAZIN geht es um »gutes Benehmen«. Immer wieder gern diskutiert: die Frage der richtigen Begrüßung. Wie hätten Sie's gern?  
   
  Küsschen links & rechts  
  saloppes »Hallo«  
  Handschlag  
  »Give me five«