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+++ 23.11.2007 Bestellungen für den Günter-Rössler-Kalender 2008 bitte formlos per Mail an DAS MAGAZIN (siehe Kontakt) oder Telefon: 030/ 48496230. Das gute Stück kostet 36 Euro zzgl. 6 Euro Versand. Adresse und gwünschte Zahlunsgweise bitte angeben. +++
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Thema des Monats
Da fehlt ein Stück von der Welt
Jörg Magenau über Bücher, denen man zuhören kann wie Musik
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Es gibt Lieblingsbücher. Nicht viele, aber es gibt sie. Das sind die Bücher, in denen man sich zuverlässig heimisch fühlt. Man kann sie immer wieder lesen. Es ist so ähnlich wie bei den Lieblingsmenschen. Da ist ein Grundvertrauen da, und man kennt sich aus. Die Geschichten, die erzählt werden, sind dabei auf Dauer gar nicht so wichtig. Die kennt man ja schon. Es ist eher die Sprache oder die Sprechweise. Man hört zu, als wäre es Musik, und wird glücklich davon.
So geht es mir, wenn ich Bücher von Peter Kurzeck lese, und unter allen Kurzeck-Büchern ganz besonders bei dem Roman »Kein Frühling«. Da kommt er 1946 mit seiner Mutter und seiner sechs Jahre älteren Schwester als Flüchtlingskind aus Böhmen ins hessische Staufenberg, ein kleines Dorf in der Nähe von Lollar, Mainzlar und Wetzlar.
»Kein Frühling« erschien 1987. Seither hat er immer weiter geschrieben, weil er sowieso immer schreibt oder spricht oder spazieren geht, was bei ihm auf dasselbe hinausläuft, weil es eine einzige, große Erinnerungsbewegung ist. Allein vier Romane spielen im Herbst 1983 und Frühjahr 1984 in Frankfurt am Main, handeln von einer Trennung und von der kleinen Tochter Carina, vor allem aber davon, wie er den Roman »Kein Frühling« schrieb. Die Nachkriegs-Kindheit grundiert alles, und sie muss immer wieder in allen Einzelheiten geschildert werden. Die Gegenwart, sagt Kurzeck, das ist doch nicht einfach bloß jetzt. So ist es kein Wunder, dass auch »Kein Frühling« weiter gewachsen ist. 180 zusätzliche Seiten enthält die jetzt erschienene Neuauflage des Romans (Stroemfeld Verlag, 28 Euro). Jetzt noch mehr Kapitel! So lebendig und gut gedeihend wünscht man sich seine Lieblingsbücher.
Kurzeck schildert eine Welt vor dem Sündenfall, ein Paradies der Armut und der Mühsal. Er ist voller Sehnsucht. »Man weiß ja nicht als Kind, wie man Sehnsucht aushält – ich weiß es heute noch nicht.« Sechs Jahre war er alt, als er lernte, die Schuhe zu binden. Das macht unabhängig. Wer Schleifen kann, der kann in die Welt hineinwandern, auch wenn es noch sehr viel Mühe macht. So ist es bei Kurzeck geblieben. Er ist der Weltwanderer aus der Provinz, der geht und geht und erzählt und erzählt, damit nichts verloren geht. |
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Jörg Magenau hat die Literaturseiten des Magazins in seiner Obhut. Er ist Autor der von Rowohlt verlegten Martin-Walser- und der bei Kindler erschienenen Christa-Wolf-Biographie.
Seine journalistischen Stationen: Freitag, Wochenpost, taz, Berliner Seiten.
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Freund oder Feind? In freier Wildbahn mag die rasche Beantwortung dieser Frage überlebenswichtig sein. Schriftsteller auf so schlichte Gegensätze festzulegen ist dagegen eher ungewöhnlich. Der Publizist Richard Swartz hat es dennoch gewagt, 21 Autoren aus Albanien, Bulgarien und den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens damit zu konfrontieren. Mit konkreten Antworten hat er nicht gerechnet, aber mit Geschichten, die Aufschluss geben über diese konfliktreiche Region. Es ist, wie Swartz im Nachwort schreibt, eine traurige Anthologie entstanden, schon deshalb, weil viele der Befragten – von David Albahari über Slavenka Drakulic bis zu Sasa Stanisic – gar nicht mehr in ihren Heimatländern leben. »Der andere nebenan« ist zur Hälfte ein Exil-Lesebuch geworden. Auch das sagt etwas aus über den Südosten Europas.
Richard Swartz (Hg.): Der andere nebenan.
Eine Anthologie aus dem Südosten Europas. S.Fischer, 28 Euro
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Ausgabe 12/2007 ab sofort an Ihrem Kiosk |
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